
30.07.26 –
Grüne aus den Nordkreis erkundigen sich nach Wasserqualität
Kürzlich besuchten Grüne aus den Gemeinden Gnarrenburg, Selsingen und der Stadt Bremervörde den Wasserverband Minstedt und erkundigten sich nach der Wasserqualität und das Grundwasservorkommen im Nordkreis.
Aus erster Hand berichtete Dr. Stefan Kohl über die Entwicklungen der vergangenen Jahre und die Zukunftsaussichten. Der Wasserverband betreut seit über 60 Jahren den Norden des Landkreis Rotenburg mit den Samtgemeinden Tarmstedt, Gnarrenburg, Selsingen, Sittensen, Geestequelle und der Stadt Bremervörde. Mit vier Wasserwerken und 30 Förderbrunnen versorgt der Wasserverband über 65.000 Menschen im Nordkreis. Das Verteilungsnetz umfasst etwa 1000 km.
Der Nordkreis mit seinen Niederungen ist ein sehr wasserreiches Gebiet, sodass zurzeit keine Wasserknappheit droht. Trotzdem regt Herr Dr. Kohl zum Wassersparen an. „Die vergangenen Dürreperioden haben gezeigt, dass auch wir an unsere Grenzen kommen“, so Dr. Kohl. Viele Verbraucher spürten das, durch Druckabfall zu stark frequentierten Zeiten. Speziell im Sommer bereitet der hohe Wasserbedarf, verursacht durch Gartenbewässerungen und Befüllungen der Garten Pools Sorge. Durch fehlendes Oberflächenwasser besteht aber die Gefahr von Wald und Flächenbränden. In anderen Ländern ist das Befüllen von Gartenpools inzwischen verboten. Ob es in Bremervörde und dem Umland auch so weit kommen wird, wird sich zeigen.
Um sich auf die Klimaerwärmung und die damit einhergehenden höheren Wasserbedarfe vorzubereiten, führt der Wasserverband zurzeit Bohrungen durch, um zusätzliche Quellen zu erschließen. Auch ist ein neues Wasserwerk in Minstedt in der Planung, dabei müssen die Speicherkapazitäten erhöht werden.
Die Qualität des Grundwassers wird ständig durch Probenentnahme kontrolliert, dabei fallen besonders die Rückstände durch die Landwirtschaft, verursacht durch Düngung, Herbizide, Fungizide und Pestizide auf. Auch die Einträge der Industrie durch Farben, Öle und der Haushalte durch Medikamentenrückstände und Ewigkeitschemikalien wie PFAS und TFA gefährden das Grundwasser. Letzterer sind Ewigkeitschemikalien, die sich im Körper anreichern und nicht abgebaut werden. Sie stehen in Verdacht die Fortpflanzung zu gefährden. In den Wasserschutzgebieten Groß Meckelsen, Heinschenwalde, Zeven, Minstedt und Tarmstedt arbeitet der Wasserverband, deshalb eng mit der Landwirtschaft zusammen, um unnötige Belastungen zu vermeiden. Ziel ist die stetige Verbesserung der Grundwasserqualität.
Das Klima wandelt sich speziell in Europa besonders stark. Extreme Witterungsverhältnisse, wie Starkregen und lange Trockenphasen, stellen unser Ökosystem und auf das gesellschaftliche Leben vor neue Herausforderungen. Auswirkungen wie Ernteausfälle oder Fischsterben durch ausgetrocknete Gewässer verdeutlichen, wie sensibel unser Lebensraum reagiert, wenn Wasser fehlt. Starkregenereignisse wie 2023/2024 mit ihren großen Überschwemmungen, können das fehlende Wasser leider nur bedingt kompensieren. Gerade erleben wir wieder Tage mit großer Hitze, die leider auch Menschenleben kosten. Laut Schätzung des Robert-Koch-Instituts haben die extremen Temperaturen 2026 bereits 5.100 Menschen das Leben gekostet. Gehen wir deshalb sehr sorgsam mit unseren Wasser-Ressourcen um und erhalten unseren alten Baumbestand bzw. pflanzen Bäume, um das Umfeld zu kühlen.
Fazit der Delegation der Grünen Ortsverbände aus Gnarrenburg, Selsingen und Bremervörde: „Unser Trinkwasser ist von guter Qualität“. „Gerade deshalb sollten wir sehr achtsam mit unserem Grundwasser umgehen und jede unnötige Verschwendung und Verschmutzung vermeiden“, so Marion Kaiser Sprecherin der Grünen Bremervörde. Wir trinken jetzt das Wasser der Vergangenheit – wir schützen das Wasser der Zukunft.
Marion Kaiser
Sprecherin
Ortsverband Bremervörde
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