BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

B90/GRÜNE OV Bremervörde

Katastrophenschutz

12.07.26 –

 

 Was ist zu beachten, wenn der Katastrophenfall eintritt? Diese Frage und viele mehr beantwortete Kontingentführer BHP Chris Knoblauch beim 1. Sofagespräch der Grünen im Zuhör-Café in der Brunnenstraße.

Der Katastrophenschutz ist durch Extremwetterereignisse wie Waldbrände, die Überschwemmungen im Ahrtal, der Moorbrand in Meppen und die Überschwemmungen 23/24 in den Vordergrund gerückt. Auch die Gasmangellage durch den russischen Krieg gegen die Ukraine verdeutlicht dringenden Handlungsbedarf. Was ist zu tun, wenn der Strom längere Zeit ausfällt?

Gab es früher im Landkreis Rotenburg nur eine ¼ Stelle für die Koordination des Katastrophenschutzes, so wurde diese auf 3 Vollzeitstellen aufgestockt. 
In Deutschland ist der Katastrophenschutz grundsätzlich Ländersache, was zu Problemen bei der Koordination über die Ländergrenzen hinweg führen kann. Verantwortlich in der Fläche sind die jeweiligen Landräte. 

Der Katastrophenschutz wird nicht aus permanent präsenten, einer Behörde zugeordneten Einsatzkräften gebildet und besteht auch nicht als dauerhafte Hilfstruppe, sie ist vielmehr ein Organisationsprinzip für eine Vielzahl von Aufgabenträgern, die zur Gefahrenabwehr bei einer Großschadenslage eingesetzt werden können und oftmals ehrenamtlich tätig sind. Hier sieht Chris Knoblauch eine gewisse Problematik bei der auskömmlichen Finanzierung der Aufgabenbereiche. Nur 1/3 der Kosten werden erstattet. Das ist eindeutig zu wenig für diese verantwortungsvollen Tätigkeiten.

Sobald der Landrat formell den Katastrophenfall ausruft, übernimmt ein zentraler Katastrophenschutzstab unter Leitung von Kontingentführer Chris Knoblauch die operative Leitung im Landkreis. Dieser Stab besteht aus Fachpersonal der Kreisverwaltung und Vertretern der Hilfsorganisationen wie DRK, DLRG, Johanniter und ASB und koordiniert den Einsatz von 236 Einsatzkräften. Die Warnungen der Bevölkerung erfolgen über Sirenen oder Warntöne, weitere Informationen werden dann über das Radio vermittelt.

„Wir müssen uns auf Überschwemmungen und auf Stromausfall, auch über einen längeren Zeitraum einstellen“, so Chris Knoblauch. Dafür ist es zwingend erforderlich, dass sich die Bevölkerung für mindestens 72 Stunden, besser wären 14 Tage selbst versorgen kann. Das bedeutet einen Vorrat an unverderblichen Lebensmitteln anzulegen und für ausreichend Trinkwasser (mindestens 2 l pro Tag) zu sorgen. Hilfreich ist hierbei die Broschüre „Bevölkerungsschutz Landkreis Rotenburg (Wümme) Informationen und Leitfaden für den Krisen- und Katastrophenfall“, die in den Rathäusern und Gemeindeverwaltungen erhältlich ist. „Wir haben gerade eine ähnliche Wetterlage, wie vor dem Winter 23/24, in dem wir mit großen Überschwemmungen zu kämpfen hatten“, gab Knoblauch zu bedenken.

Um einen reibungslosen Ablauf bei Großschadenslagen zu ermöglichen, wäre es wünschenswert regelmäßige Übungen mit allen Hilfsorganisationen, Feuerwehr, THW und Polizei, sowie den Stabsstellen in den Verwaltungen, über einen längeren Zeitraum durchzuführen“, so Chris Knoblauch. „Das ist sehr aufwendig, aber nur dann ist ein reibungsloser Ablauf im Ernstfall möglich“. 

Für die Grünen des Ortsverbands Bremervörde zeigt sich, wie wichtig es ist die Bevölkerung viel stärker zur Selbstvorsorge zu sensibilisieren. Eigenverantwortung ist hier das Stichwort.

 

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