BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

B90/GRÜNE OV Bremervörde

A20

02.03.26 –

Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen

A20-Planung ist chaotisch

Die geplante A20 berücksichtigt nicht die bedenkliche Entwicklung der Erderwärmung. Soll sie doch durch weitläufige Moore, die als riesige CO2-Speicher dienen, gebaut werden. Der Verlust der Biodiversität und das damit einhergehendes Artensterben, geschieht in einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit. Wir dürfen eines nicht vergessen, am Ende der Kette steht der Mensch.
    
Beim Koalitionsgipfel am 08.10.25 erklärte Bundeskanzler Merz, alle Neubau-Projekte mit einem abgeschlossenen Planfeststellungsverfahren und einer Baureife bis 2029 sollen umgesetzt werden. Bis auf den Abschnitt Westerstede-Jaderberg, hatten alle anderen Bauabschnitte diesen Planungsstand zu dem Zeitpunkt nicht erreicht. Kürzlich berichtete die BZ über das abgeschlossene Planfeststellungverfahren des Bauabschnitt 6, zwischen Glinde und Elm, sodass die Auslegung erfolgt und Klagen eingereicht werden könnten. Auch wird der Bauabschnitt nur realisiert, wenn der Elbtunnel, der unsinnigerweise ohne Gleise geplant ist, bei Drochtersen gebaut wird. Die weiteren Bauabschnitte  haben keine Priorität bei der Autobahn Gesellschaft und werden vermutlich keine Baureife bis 2029 erlangen. 

Auch ist die Finanzierung noch nicht abschließend geklärt. Es wird neben Steuermitteln auch die Einbindung von privaten Investoren erwogen. Eigentlich sollten die explodierenden Kosten bei anderen Bauprojekten, wie Stuttgart 21 und der Flughafen BER den Politikern in Berlin eine Warnung sein. Stattdessen werden die Baukosten der A20 schön gerechnet „Jeder Häuslebauer plant seriöser.“, so die Grünen.

Das Urteil zur A 26 (BZ berichtete) kann durchaus für die Planungen der A 20 noch relevant sein. Beim Bau werden große Mengen Co2 durch Zerstörung von Mooren freigesetzt. Ortschaften und Wälder werden geteilt, die Landwirtschaft verliert große Bewirtschaftungsflächen. „Der ökologische Schaden durch die Zerstörung von Mooren und Landschaften stehen in keinem Verhältnis zum ökonomischen Versprechen, denn wir wollen ehrlich sein, es sind nicht belegbare Versprechen, die einen wirtschaftlichen Aufschwung prognostizieren“, resümierten die Grünen.

Dier Grünen befürchten, das eher der Hafen Rotterdam von der A 20 profitieren wird, bietet sie doch eine verbesserte Anbindung nach Skandinavien und ins Baltikum. Wilhelmshaven, Bremerhaven und Hamburg würden Umschlagszahlen aus geopolitischen Gründen an Rotterdam verlieren. Güter sollten nach Meinung der Grünen, sowieso per Bahn ins Hinterland transportiert werden. Das ist ökologisch und ökonomisch die kostengünstigere Variante.

 „Unsere Priorität liegt bei der Sanierung der Bestandsinfrastruktur. Über 3000 Brücken müssen bis 2030 saniert und teilweise abgerissen werden, 17.500 Kilometer Bahnstrecken stehen im Generalsanierungsplan der DB und müssen bis 2036 (Quelle. DB) ertüchtigt werden.“, so Marion Kaiser und Jana Basilon Sprecherinnen der Grünen. Wie das finanziert werden soll, weiß niemand. Für die Grünen ist ein A20–Aus nach wie vor die logische Schlussfolgerung.

Bündnis 90/Die Grünen
Sprecherinnen
Marion Kaiser   Jana Basilon
015142386908
28.02.26

 

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