Hochwasserschutz noch kein besonderes Thema für die Stadtverwaltung Bremervörde

25.09.21

Die Bilder im TV aus NRW und Rheinland-Pfalz zu den Folgen von Starkregen und die Überschwemmungen sind allen bewusst. Die Ursachen liegen nicht nur im Klimawandel, sondern auch in der flächendeckend ausgeräumten Landschaft und dem damit zusammenhängenden schnellen Wasserabfluss. Es ist fahrlässig anzunehmen, dass man bei uns in Bremervörde über Maßnahmen nicht nachdenken muss. Bisher ist die konservative Stadtverwaltung dazu aber wenig bereit, wie aus ihrer Antwort auf eine Anfrage von Grünen, Linke und FDP hervorgeht:

Anfrage und Antwort:

Auch in Bremervörde gab es in den letzten Jahren einige - bisher noch beherrschbare - Überschwemmungen, so Z.B. im Bereich der Hafenstraße/Neue-Straße aber auch Z.B. in der Nähe des Oereler Kanals im Wallbeckstal. Nur noch 1 cm fehlte hier zum Wassereindringen in ein Haus. Es gibt die Befürchtung, dass sich auf Grund des menschengemachten Klimawandels auch bei uns die Unwettersituation verschärfen wird. Es geht in Zukunft verstärkt darum, wieviel Reserven wir vorhalten müssen, um Umweltschäden zu vermeiden. Auch Ereignisse wie Windhosen (kleine Tornados) hat es in Norddeutschland schon gegeben.

Dies vorangeschickt fragen wir:

1. Sind die Regenwasserleitungen in der Stadt und in den Dörfern ausreichend für eine höhere Regenwassermenge bei Starkregen ausgelegt. Welche Schwachpunkte sind bekannt? Ist die zentrale Kläranlage entsprechend auf den Zufluss von Regenwasser ausgelegt? Reichen die vorhanden Pumpen für derartige Fälle aus?

Stadtverwaltung zu 1.
Die Leitungen entsprechen dem zum jeweiligen Zeitpunkt des Baus / der Inbetriebnahme geltenden Bemessungsgrundlagen der DIN EN 752 und damit dem zu diesem Zeitpunkt jeweils geltenden „Stand der Technik". Dadurch kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Kanalleitungen bei Starkregenereignissen punktuell überlastet sind. Schwachpunkte sind vorwiegend in den „Altbereichen" bekannt.

Die Bemessung der Kläranlage ist auf die zufließenden Schmutzwassermengen ausgelegt. Die eingerechnete „Reserve" für sog. Fremdwasser hat sich bislang als ausreichend bemessen dargestellt; Überstauungen waren nur im Einzelfall zu verzeichnen. Nach bisherigen Erfahrungen reichen die vorhandenen Pumpen für derartige Fälle aus.


2. Sind die Flutwiesen nördlich des Sees bislang auch für Starkregenereignisse geeignet? Gibt es Erkenntnissse, ob diese auch für wesentlich heftigere Starkregenereignise ausreichen würden?

Stadtverwaltung zu 2: Die Flächen dienen der Hochwasserentlastung der Oste und sind - sofern die Oste das Stadtgebiet von Regenwasser entlastet - geeignet.

Zur Frage, ob die Flächen auch für wesentlich heftigere Starkregenereignisse ausreichend sein würden, verweise ich auf die Vorbemerkung:

ich weise als Vorbemerkung darauf hin, dass sich der Auskunftsanspruch grundsätzlich auf Tatsachenauskünfte bezieht und eine Verpflichtung zu Einschätzungen oder rechtlichen und / oder politischen Bewertungen nicht besteht.

3. Gibt es genug Reserven, um Umweltschäden auszuschließen? Ist es ausgeschlossen, dass es nach Starkregen zu einem Abfluss ungereinigten Abwassers in die Umwelt kommt?

4. Welche Pläne gibt es vorbeugend evtl. Überschwemmungen zu begegnen (Grünstreifen, Verringerung der Versiegelung in kritischen Bereichen, Gräben zur Ableitung von Oberflächenwasser? Konkret: ist die Hanglage des geplanten Wohngebietes am Vorder Feld problematisch?

Stadtverwaltung zu 3 und 4. Zu beiden Fragen verweise ich auf die Vorbemerkung.

5. Welche Notfallpläne bzw. Alarmierungen gibt es, wenn derartige Ereignisse Menschen und Häuser gefährden ? (auch bei Tornados/Windhosen oder starken Stürmen).

zu 5: keine Antwort

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